Wie uns Tiere auf dem Weg zu uns selbst unterstützen

Common blackbird (turdus merula) singing on a branch

Bildquelle: Fotolia

Hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass dich die Begegnung mit einem Tier, einem Vogel oder einem Reh im Wald tief berührt und erfreut? Oder dir einfach für einen Moment ein Lächeln aufs Gesicht zaubert? Wie ein magischer Moment, in dem die Wahrheit spürbar wird, das Eigentliche, die Liebe und die Verbundenheit. Die letzten Tage ging es mir immer wieder so mit einer Amsel, die mich neuerdings auf meinem Balkon besucht.

Dabei hat sie mir immer wieder Erkenntnisse mitgebracht: mich erinnert, wie ich meinen Raum klären kann, mich an meine feine, empfindsame Seite erinnert und einiges mehr…

Wenn dich die Energie der Tiere auch berührt und du neugierig bist auf die Botschaften „meiner“ Amsel, dann lies hier weiter.

Die Amsel kommt in mein Leben…

Seit ein paar Tagen findet sich immer wieder ein Amsel auf meinem Balkon ein. Sie sitzt auf dem Balkongeländer, wetzt sich den Schnabel, schaut sich um, pickt hier und da ein wenig von den Zweigen, badet in einer Schale mit Regenwasser – und neuerdings sitzt sie einfach ganz ruhig da und schaut mich an. Selbst wenn ich mich bewege, bleibt sie. Wir teilen Momente, die mich sehr berühren, in denen mir Dinge klar werden, in denen ich mit dem Eigentlichen verbunden bin.

Übrigens kommt sie gerade, wo ich den Beitrag beginne, kurz auf den Balkon geflogen, setzt sich auf die Stange und macht sich mit einem kurzen, vertrauten „Hallo“ bemerkbar…wie wenn sie sagen wollte:

toll, dass du über mich schreibst,
toll, dass du diese Seite in dir nun in die Welt bringst,
toll, dass du dich aufmachst zu diesem Teil deiner Wahrheit

…und sie fliegt aufs Dach. von da höre ich weiterhin ihre Begleitung…und fühle ihre Liebe und ein liebevolles, munteres Augenzwinkern :)

Tiere sind immer authentisch und erinnern uns an uns selbst, an unsere eigentliche Natur

Wenn wir Tiere aus unserem Inneren heraus wahrnehmen und uns auf sie einlassen, erinnern sie uns auf ganz einfache Weise an uns selbst. Wie Pflanzen und Bäume, Felsen und Flüsse erinnern sie uns an Qualitäten, die wir in uns tragen. Sie weisen uns den Weg zu uns selbst. Sie verbinden uns mit unserer Wahrheit, mit dem Eigentlichen, mit dem was wirklich ist… Sie berühren uns in unserer Tiefe, in unserer Seele.

Feinfühligkeit und Sensibilität

In letzter Zeit spüre ich vor allem Feinfühligkeit und Sensibilität, wenn ich Tiere wahrnehme. Etwas, was mir bekannt vorkommt, womit ich mich sehr wohl fühle. Etwas, was aus Schwingung und Klang besteht. Was überall ist. Was mich erinnert an eine ganz feine und liebevolle Kommunikation „ohne Worte“. Etwas, was bisher meist keinen Platz in unserer Welt zu haben scheint und uns doch auf tiefster Ebene ausmacht. Etwas, was wir alle zu Beginn unseres Lebens mitgebracht haben, was Babys ausmacht: Feinfühligkeit und tiefe Verbundenheit.

Klarheit und Präsenz

Daneben nehme ich auch etwas ganz klares und präsentes bei Tieren wahr. Sie sind einfach so wie sie sind. Sie sind sich ihrer selbst, ihrer Umgebung, all dem, was geschieht voll bewußt. Ohne Zweifel, ohne Gedanken. Sie sind in all dem mittendrin, genau in diesem Moment. Es gibt nur genau das, was sie gerade tun, was in ihrer Welt passiert. Das ist vor allem bei Tieren in der freien Natur spürbar. Wie bei den Enten auf dem See…Sie sind so präsent, so da, so in ihrem Körper, so lebendig, so verbunden mit allem um sie herum. Bei allem, was sie tun: beim Schwimmen, beim Grün holen, beim Spielen und Putzen….sie füllen alles aus, in sich und um sich herum.

Aber zurück zu meiner Amsel, die mich neuerdings auf dem Balkon besucht:

Die Amsel erinnert mich daran, meinen Raum einzunehmen

Als ich neulich gemeinsam mit einer lieben Freundin zu atmen begann, kam die Amsel wieder zu Besuch. Sie machte den Schnabel weit auf und machte sich lauthals bemerkbar, so dass ich die Augen wieder aufmachte und sie sah. (Komisch, ich hatte noch nie gesehen, wie weit Amseln den Schnabel aufmachen können :)) Und da saß sie nun und „platzte“ mit ihrem weit geöffneten Schnabel und ihren Bemerkungen genau in unsere Atemsitzung. Und genau in diesem Moment wurde mir klar: das ist es! Sie zeigt mir, wie ich ganz klar und präsent bleiben kann inmitten von müden, lähmenden und nebligen Energien, genau das, was ich gerade beim gemeinsamen atmen wahrgenommen hatte.

Die Amsel war ganz klar und wach, sie war zu 100 % da. Und ihre Bewegungen mit dem Schnabel, dieses auf- und zumachen unterstrichen diese Klarheit. Wie ein Samurai, der mit seinem Schwert ganz klare Linien zieht und dabei ganz fokussiert ist. Und einfach seinen Raum vollständig einnimmt.

Sobald ich diese Energie wahrgenommen hatte – fast im selben Augenblick – verschwand dieses neblige, dämmrige, müde Gefühl in mir. Es machte einem klaren, frischen, freien Gefühl Platz. Und so habe ich mich in den folgenden Tagen immer wieder mit dieser klaren Energie verbunden. Sie durch mich hindurch fließen lassen. Mich erinnert, wie ich mich beim Betrachten der Amsel gefühlt habe. Hmmmmm. das tat mir immer wieder gut, zumal ich diese müden, lähmenden Energien immer wieder wahrnehme, wenn sich – wie schon die ganzen letzten Wochen – viel bewegt.

Die Amsel fordert mich auf, mich freudig zu zeigen…und das zu teilen, was mein Herz höher schlagen lässt

Auch an den folgenden Tagen brachte mir die Amsel Botschaften mit: sie war noch zutraulicher als bisher. Sie saß lange Zeit einfach da und hat mich von ihrem jeweiligen Sitzplatz aus angeschaut. Bisher flogen Vögel bei einer solchen „Kontaktaufnahme“ früher oder später einfach weg. Aber „meine“ Amsel blieb sitzen… und lud mich ein, ein Foto von ihr zu machen – das fehlte nämlich noch für diesen Blogbeitrag, den ich schon länger einstellen wollte :).

Es fühlte sich so an, wie wenn sie sagte: „nun geh schon und hol dein Handy, wenn du gerne ein Foto von mir für deinen Beitrag haben möchtest. Ich sitze gerne hier und warte noch ein wenig, bis du wieder kommst. Dann kannst du den Beitrag über mich auch endlich einstellen :). dann kannst du das in die Welt bringen, was dich berührt…diese Feinheit und Verbundenheit.

Sie erinnert mich, dass das Leben nicht perfekt ist, sondern einfach aus dem Herzen heraus gelebt werden will

Schließlich hat sie mich bei unserem „Fototermin“ erinnert, dass das Leben einfach nicht perfekt ist und dass genau das wundervoll ist: Da sie sich zu Beginn unseres kleinen Austausches – äußerst fotogen :) – direkt zwischen eine Steineule und einen Korb mit Basilikum gesetzt hatte, dachte ich: das ist ein tolles Bild!! …und insgeheim lud ich sie ein, sich doch nochmals an diesen Ort zu setzen…ich hielt mit der Kamera genau auf diesen Ort…

 

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…und sie setzte sich mal hierhin und mal dahin, auf einen Zweig in die Luft, auf das Balkongeländer, auf den Boden….

 

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doch nicht mehr an diesen „tollen“ Platz… und irgendwann wurde mir klar: es ist genau so gut, wie es ist. ich nehme sie da auf, wo sie gerade sitzt. Ich fließe mit dem Strom des Lebens, statt auf den perfekten Moment zu warten. Denn im Gegensatz zum perfekten Moment fließt das Leben einfach weiter. mal hierhin und dahin. nie gleich, immer neu. Es tat so gut das zu spüren: zu spüren, wie wohltuend es ist, mit dem Fluß des Lebens zu fließen, statt ihn zu korrigieren oder anders haben zu wollen.

Gerade in den letzen Wochen hatte ich immer mehr den Eindruck, dass es total wohltuend und heilsam ist, die Tiere in ihrer Feinheit und Präsenz wahrzunehmen. Mich von ihrer Energie unterstützen zu lassen, mich erinnern zu lassen, was auch in mir ist. Es fühlt sich an, wie wenn ich immer mehr zurückkehre zu meiner Wahrheit, zu meinem Herzen. Mir wird immer klarer, dass meine Sensibilität eine Qualität ist, die in der Natur überall fühlbar ist …und die so wohltuend ist.

Lass dich doch auch beschenken von den Tieren …

Welches Tier hat dich in letzter Zeit berührt? An welche Qualitäten, an welche Wahrheit hat es dich erinnert? Welche Geschenke hat es dir mitgebracht? Lass dich berühren von diesen wundervollen Energien. Sie sind überall und sie freuen sich, dich berühren zu dürfen, dich an die strahlenden Funken in dir zu erinnern.

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