Dich Willkommen und geliebt fühlen

Kennst du das: du bist in einer Gruppe von vielen, tollen Menschen und doch hat etwas in dir das Gefühl, nicht wirklich ankommen zu können. Obwohl du gerne teilhaben möchtest bist du noch etwas zurückhaltend und nicht ganz sicher, ob du wirklich Willkommen bist. Etwas wartet – wie vielleicht auch sonst in deinem Leben – auf ein einladendes, warmes liebevolles Willkommen.

Ich glaube, solche Situationen kennen wir alle. Immer wieder mal. In einer Gruppe oder auch mit dem Partner. Etwas in uns ist unsicher und wartet auf ein liebevolles „Willkommen“ oder auf ein Zeichen liebevoller Wertschätzung.

Wenn dieses Zeichen ausbleibt, ziehen wir uns vielleicht zurück oder spielen eine „oberflächliche“ Rolle, die wir uns für diese Situationen angewöhnt haben. Beides ist total ok, aber es hält uns von dem eigentlichen Geschenk ab, das genau in diesen Situationen wartet. Magst du dieses Geschenk für dich entdecken? Dann lies hier weiter.

Was passiert in solchen Situation?

Wer kennt das nicht? Wir freuen uns auf etwas Neues und daneben gibt es einen Teil in uns, der noch etwas zurückhaltend ist. Wie werden die Menschen sein, auf die ich treffe? Verstehen sie mich? Darf ich so sein wie ich bin? Werde ich liebevoll gesehen?
Ein wenig wie ein „Nadelöhr“. Ein Anfang. Auch bei längeren Beziehungen gibt es diese Situationen immer wieder: ein neues Thema, ein neues Gefühl. Wieder ein „Nadelöhr“. Darf ich so sein wie ich bin? Ist es ok, wenn ich anderer Ansicht bin?

Wenn der andere uns nicht liebevoll und mit Verständnis begegnet, passiert es in diesen Situationen oft, dass wir einfach in die Muster rutschen, die wir uns irgendwann angewöhnt haben: Wir ziehen uns zurück und fühlen uns verletzt oder traurig. Oder wir reagieren vielleicht wütend und ärgerlich und überlegen, ob die Gruppe oder der Partner überhaupt das Richtige ist. So kommen wir erst mal drumherum, das zu fühlen, was in diesen Momenten eigentlich in uns aufkommt: ein schmerzliches Gefühl von Zurückweisung. Und weil sich genau das lösen will, tauchen diese Situationen immer wieder auf ;-).

Was steckt hinter diesen Gefühlen?

Was in diesen Situationen oft passiert, ist genau das, was auch bei unserem „auf die Welt kommen“ passiert ist: Wir waren voller Hoffnung und Enthusiasmus. Voller Zartheit und Offenheit. In freudiger Erwartung auf all die Liebe und Zuwendung, die wir verdienen.

Aber unser Ankommen auf diesem Planeten sah oft einfach anders aus: unsere Eltern waren in dieser wundervollen, besonderen Zeit unseres Heranwachsens im Mutterleib und der Geburt oft selbst unsicher und fühlten sich selbst überfordert mit der ganzen Situation. Und genau das waren dann die Gefühle, die uns als erstes begegnet sind: Unsicherheit, Streß, Überforderung, oder einfach das Gefühl „zu viel zu sein“.

Und genau diese Gefühle trafen auf unsere zarte Offenheit und Empfänglichkeit. Und so hat genau dieses Zarte und Empfängliche in uns erfahren, dass wir nicht oder nur  wenig Willkommen sind. Nicht wirklich angenehm für ein kleines, zartes, ganz offenes Wesen.

Und genau diese „Enttäsuchung“, dieses Gefühl von Zurückweisung, diese Erinnerung an diesen ersten „Beginn“ wollen wir heute natürlich gerne umgehen. Und vermeiden solche neuen, „ungewissen“ Situationen gerne, wenn möglich. Aber eigentlich sind genau diese Situationen ein Geschenk. Denn sie ermöglichen uns, diesen Gefühlen zu begegnen und sie zu verwandeln.

Wie können sich diese Gefühle verwandeln?

Diese Gefühle sind wie alte Erinnerungen, die in unserem System abgespeichert sind. Wie kleine Verhärtungen, die sich in unserem Inneren gebildet haben, als wir diese „Zurückweisung“ das erste mal erlebt haben. Und diese verhärteten Gefühle werden nun immer wieder berührt, wenn wir irgendwie ähnliche Erfahrungen machen.

Aber wir müssen diese Verhärtungen nicht ewig mit uns herumschleppen. Wir können sie liebevoll wahrnehmen und schmelzen lassen. So wie sich ein hartes Stück Erde auflöst, wenn es von Wasser umspült wird. Genau so können wir auch diese alten, verhärteten Gefühle liebevoll schmelzen lassen.

Und genau dabei kann uns der Atem helfen: Wenn wir uns zurücklehnen und mit diesen Gefühlen in uns sinken und den Atem sanft fließen lassen, können sie langsam wieder ins Fließen kommen.
Der Atem ist wie weiches Wasser, was alles, was in ihm ist, langsam und behutsam wieder in Fluß bringt.

Und sobald diese alten Verhärtungen wieder ins Fließen kommen, können wir das Eigentliche wieder fühlen. Das was im Atem und in allem ist: Die Liebe und die Geborgenheit.

Dieses Hineinsinken und mit dem Atem fließen kannst du auch später in aller Ruhe nachholen

Gerade am Anfang kann es gut sein, dass dieses Hineinsinken und mit dem Atem fließen nicht gleich in der Situation selbst möglich. Vielleicht ist es eher so, dass dir hinterher auffällt, dass du gerade eine unangenehme Situation erlebt hast und du dich fragst, wie du künftig solche Situationen möglichst vermeiden kannst oder was du nun tun kannst, um dieses Gefühl möglichst schnell „loszuwerden“.

Wenn es sich „so“ anfühlt (bemerke ich immer wieder bei mir selbst :)), ist das immer ein Zeichen dafür, dass gerade ein verhärtetes, schmerzliches Gefühl angeklopft hat, was sich eigentlich lösen und schmelzen möchte. So dass du künftig keinen Bogen mehr um solche Situationen machen mußt, sondern dich wieder freier bewegen kannst.

Und so kannst du dir einfach auch im Nachhinein, wenn dir diese Gefühle auffallen in aller Ruhe einen Moment Zeit für dich nehmen und dich diesen Gefühle widmen: Du kannst dich einen Moment zurücklehnen und in deinen Atem sinken lassen und dich an die Situation erinnern. Wie hat es sich angefühlt? Und genau mit diesem Gefühl kannst du dich dann in deinen Atem sinken lassen. Jeder weiche Atemzug wird es ein wenig mehr schmelzen lassen und ins Fließen bringen. Nach und nach.

Dich mit der Liebe in dir verbinden

Und das schöne daran ist: jeder weiche, liebevolle Atemzug verbindet dich mit der Liebe, die in deinem Atem fließt. Jeder weiche Atemzug verbindet dich mit dieser Liebe, die in allem ist und die alles erschaffen hat: die Erde, die Natur, die Farben, die Sonne, jede wundervolle Blume UND DICH.

Jeder Atemzug ist (d)eine Verbindung zu dieser tiefen Liebe, die dich nähren möchte. Die dich so gut kennt und dich in jedem Moment liebevoll betrachtet. Und die dich immer wider spüren lässt: DU bist sooo willkommen. Du bist sooo wundervoll. Es ist soo schön, dass es dich gibt.

Je mehr von dieser tiefen, nährenden Liebe du annimmst, je mehr harte Schichten schmelzen können, desto ruhiger und liebevoller wird es in deinen Begegnungen mit anderen werden. Es wird sich offener und leichter anfühlen. Denn du siehst die Welt dann aus den Augen dieser nährenden, wohltuenden Liebe….die dich so gut kennt, die immer in dir ist, die dich so liebevoll einhüllt.

Hast du Lust, mehr von dieser Liebe und dem Willkommensein anzunehmen? Immer wieder ein paar Momente in den Atem zu sinken und dich mit der Liebe, die nur für dich da ist zu verbinden?

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Nachricht