Entscheidungshilfe: Wie du den richtigen Weg für dich findest

Fragst du dich auch immer wieder, ob der Weg, den du gerade eingeschlagen hast wirklich der Richtige ist? Oder trauerst du manchmal Gelegenheiten nach, die du nicht wahrgenommen hast? Oder ärgerst dich, wenn  dein geplanter Weg verstellt scheint?

Dann bist du nicht allein :). Diese Art von Unsicherheit, ob das richtig ist, was ich tue, ist mir auch immer wieder begegnet. Und in den letzten Jahren fällt mir auf, wie kraftraubend und anstrengend diese Unsicherheiten und Zweifel sind.

Vor ein paar Tagen hat mir meine Seele ein wundervolles Erlebnis geschenkt. Sie hat mir nochmals deutlich gemacht, welche Ablenkungen mir auf meinem Weg begegnen können, wie sich diese Stimmen anfühlen und wie ich trotz dieser Ablenkungen den “richtigen” Weg für mich finde.

Möchtest du künftig auch besser spüren, wo es für dich lang geht? Möchtest du auch klarer und auf ruhige Weise spüren, was Ablenkungen sind und wo wirklich dein Weg ist? Dann lies hier weiter. 

Meine Seele wählt mal wieder eine ganz einfache Sache, um mir etwas Grundlegendes zu zeigen: einen Spaziergang

Letzten Sonntag – das Wetter war nicht berühmt – war plötzlich der Impuls da, mich zu einer anderen Zeit als sonst mit Aika zu einem Spaziergang aufzumachen. Da es sich liebevoll anfühlte und ich sowieso einen gemütlichen Tag eingeplant hatte, machte ich mich auf… Und ahnte noch nicht, dass mir meine Seele mit diesem „einfachen Spaziergang“ einen Tipp nach dem anderen geben würde, wie ich meinen Weg finde und wie die Ablenkungen aussehen, die dabei immer wieder auftauchen können.

Ich wollte nicht allzu lange unterwegs sein und mit etwas Aussicht laufen und so beschloss ich, mit dem Auto ein paar Minuten zu fahren, wo es einen schönen Rundweg am Wald durch die Wiesen gibt. Am Sonntag gerne besucht, aber die Uhrzeit war gut, die anderen „Hundefamilien“ waren vermutlich noch mit Mittagessensvorbereitungen beschäftigt :).

Das erste Ziel: besetzt

Von weitem wurde meine Idee bestätigt: der Parkplatz war fast leer :). Doch beim Einbiegen war die Freude bald getrübt: da stand zweifelsohne das Auto eines Jägers. Also nicht der richtige Ort für uns, denn nach ein paar Schüssen aus dem Wald, beschließt Aika meist, dass sie unbedingt zurück muß. Da hilft (im Moment zumindest) wenig, außer: woanders hin.

Und so fahre ich einfach weiter und spüre ein leichtes Grummeln in meinem Bauch: „müssen die immer gerade am Sonntag jagen und rumschießen…jetzt muß ich noch ein Stück weiter fahren wegen denen“. Was die inneren Stimmen in solchen Situationen eben immer mal wieder so sagen, begleitet von einer leicht miefigen Energie im Bauch.

Nun ja. Also fahre ich noch 3 Minuten weiter. Der Ort ist auch schön und heute ganz leer. Prima!!

Ich steige aus und bin beeindruckt: vor mir liegen die Hegau-Vulkane ganz klar in der Landschaft. Die Sicht in diese Richtung ist so gut, dass man heute selbst die Ortschaften dort genau sehen kann. Und hie und da kommt ein Sonnenstrahl durch den grauen Himmel und beleuchtet einzelne Flecken. Es wirkt klar, ein wenig nach „durchpusten und heller machen“. Sehr schön!

Das zweite Ziel: rauer, unangenehmer Gegenwind

Ich mache mich mit Aika auf den Weg am Wald entlang auf. Die ersten 500 Meter sind toll!! Dann biege ich an der Kreuzung ab. Ich möchte da entlang, wo ich sonst auch immer entlang gehe :):), weil es da so schön ist: weiterhin am Wald entlang mit freiem Blick auf die Hügel und die Landschaft.

Doch kaum bin ich dahin abgebogen, merke ich: wow! die Sicht ist nicht umsonst so gut: der Wind ist richtig stark und bläst mir nun direkt von vorne ins Gesicht. Aber ich gebe nicht auf und ziehe die Kapuze hoch – und halte sie fest, sonst ist sie gleich wieder unten :).

So gehe ich ein paar Minuten. Vermutlich waren es nur 1 oder 2. Denn es war eher unangenehm. Aber da wollte ich doch entlang !! und die Sicht war beeindruckend…und in den Wald hinein war doch keine Alternative, oder? Denn jeder weiß: „bei Sturm nicht im Wald spazieren“…

Aber meine Hände wurden kalt und steif und ich realisierte, dass mein Spaziergang gerade eher ein angespanntes „Durchhalten“ war. (Mit der Aussicht, den Rückweg mit Rückenwind zurücklegen zu können.) Aber im Moment war von Rückenwind nichts zu spüren und es war nur unangenehm. Als mir das klar wurde, beschloss ich umzudrehen. Und: es entspannte sich in mir. Der Wind kam nun von hinten. Aber nach 2 weiteren Minuten war ich wieder am Abzweig und nach weiteren 2 würde ich wieder am Auto sein.

Das dritte Ziel: unspektakulär und ruhig

Etwas in mir wollte aber noch nicht heim, auch wenn es hier offensichtlich nicht so toll war. Da kam mir die Idee, doch in den Wald abzubiegen. Auf den Weg, der am umspektakulärsten von den 3 möglichen schien. Kein Schild weit und breit. Aber dieser Weg lag etwas tiefer als die anderen beiden und so war es in dieser Richtung windstill. Der Wind ging oben über die Baumspitzen drüber. Es fühlte sich ruhig und unspektakulär an. Und ich ging in diese Richtung. (Hier hatte ich im Winter schon mal Tannenreisig gesammelt für die Deko).

Hier gab es vor allem Tannen und dazwischen immer wieder viel Moos und Holunder. Es wirkte ein wenig „unaufgeräumter“ als sonst hier im Wald. Ein bisschen grüner und tiefer. Nach einer Viertelstunde gab’s einen neuen Abzweig: links entlang – da war ich schon mal – oder nach rechts – unbekannt.

Ein weiterer Abzweig: ich folge der leisen und liebevoll neugierigen Stimme ins Unbekannte

Obwohl ich noch dachte „wo soll’s denn da schon hingehen“, lud mich eine leise, freundliche Neugier nach rechts ein. Und ich folge dem leisen, ruhigen Gefühl. Und entdeckte bald einen hellgrünen, einladenden Bärlauchteppich unter lichten Zweigen. Wie toll! Ich beugte mich hinab und verweilte ein wenig in dieser hellgrünen, heiteren Stimmung.

Im Nachhinein muß ich schmunzeln: Denn kurz bevor ich dieses heitere Fleckchen entdeckt habe, schaute ich kurz nach oben und entdeckte ziemlich dunkle Wolken. Woraufhin sofort eine warnende, besorgte Stimme in mir auftauchte, die mir riet, umzudrehen, um nicht völlig durchnässt zu werden. Gott sei Dank bin ich ihr und diesem Gefühl nicht gefolgt :).

Nach dem Bärlauchfeld gings ein Stückchen weiter – bis wieder ein Abzweig kam: Der Weg führte in einer breiten Kurve nach rechts. Geradeaus gings „ins Nichts“. Nach links zweigten ein paar matschige Rillen ab, die mit Laub bedeckt waren, was auf den ersten Blick nicht einladend war.

Noch ein Abzweig: eine leise Ahnung zieht mich – entgegen aller Vernunft – zum engen, matschigen Pfad

Nach einer kleinen Pause folge ich der leisen, liebevollen Ahnung und entscheide mich für die  matschigen Rillen auf der linken Seite. Bald wird es etwas lichter, der glitschige, laubbedeckte Pfad wird trockener und fühlt sich nun wundervoll an. Wie etwas, was die Natur beschützt, was auch weiterhin so ursprünglich und geschützt bleiben soll. Unentdeckt. Ich laufe noch ein wenig und halte inne. Ganz berührt. Es wird offener, weiter. Es ist keine große Fläche, aber ganz besonders.

Der matschige Pfad mündet in einen einzigartigen Ort

Fast unberührt, intakt, ursprünglich, einfach wundervoll diese Umgebung. Von diesem Platz geht ein „zartes Leuchten“ aus. Der Boden ist bedeckt mit feinen, zartlila, kleinen Blüten. Dahinter eine rosa blühende Pflanze. Aufrecht, kraftvoll, klar. Besonders. Nicht oft zu sehen.

Alles hier ist „anders“. Es ist als ob die Zeit stehen bleibt.

Ich beuge mich nach unten zu den Blüten. Da brummt plötzlich eine Hummel. Sie kann irgendwie nicht richtig fliegen. Sofort überfällt mich mitten in dieser wundervollen Stimmung ein schlechtes Gewissen: „sollte ich auf sie draufgetreten sein und nun kann sie nicht mehr fliegen? oh je, ich Grobian. Wie konnte mir das passieren in solche einer wundervollen Umgebung“. Dann lädt mich etwas ein, diesen klebrigen, beschwerenden Gedanken einfach klar und liebevoll zur Seite zu schieben.

Einfach so.

gut.

Jetzt ist der Weg wieder frei.

Anschließend helfe ich der Hummel ein wenig mit einem Blatt auf und lasse den Atem fließen. Sie ruht sich aus und ich spüre Ruhe in mir… alles beruhigt sich wieder. Und nach kurzer Zeit fliegt die Hummel brummelnd davon.

Wow! Mir wird bewußt, wie schnell sich die Dinge wieder ordnen und weiter fließen können, wenn ich ruhig und klar bleibe und mich nicht in düstere, schwere Gefühle oder Stimmen ziehen lasse. Kein Kampf, kein Ringen, einfach eine ruhiges, klares Innehalten: „nein, ich folge dieser Stimme nicht“. Ein ruhiges Weitergehen auf meinem Weg.

Auch da muß ich im Nachhinein schmunzeln: Ich bin dankbar, dass mir meine Seele und meine Helfer diesen Unterschied nochmals so deutlich gezeigt und mich erinnert haben, auf meinem Weg zu bleiben. Und dass dies einfach so möglich ist ohne Anstrengung und Kampf.

Dieser Ort fühlt sich besonders an 

Nachdem die Hummel weitergeflogen ist, lasse ich mich wieder einhüllen von diesem feinen, wundervollen Gefühl an diesem besonderen Ort.

Dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.

Ich genieße es. Ich schaue und spüre. Und bin so berührt, so erfüllt und dankbar.

Dieser Ort ist nicht laut und spektakulär und doch einzigartig.

Er ist fein und subtil und von einer ganz eigenen Lebendigkeit und Tiefe.

Er ist ursprünglich.

Er ist erhaben und demütig zugleich.

Ihm wohnt eine ganz eigene Kraft inne.

Er liegt oben und doch ist er eingebettet.

Er ist still und lebendig zugleich.

Er leuchtet und die Pflanzen strahlen etwas besonderes aus.

Und zu Hause beim schreiben kommt mir: sollte so auch mein Inneres sein? Sollte auch ich so sein? Ja. höre ich leise und ruhig aus meinem Inneren kommen.

Diese Erfahrung erfüllt mich seit einigen Tagen immer wieder. Und ich bin so dankbar dafür.

 

 

Auf dem Heimweg schälten sich dann aus diesem Erlebnis nochmals ganz klar die einzelnen Erkenntnisse für mich heraus: wie wenn meine Seele mir nochmals ganz deutlich machte, welche Ablenkungen mir auf meinen Wegen begegnen können, wie sich diese Stimmen anfühlen und wie ich trotz dieser Ablenkungen den „richtigen“ Weg finde.
(1) Bleib nicht an Plänen oder Wegen kleben oder versinke im Ärger, wenn ein Plan nicht klappt. Gehe ruhig weiter.

(2) Gegenwind ist ok, aber lass dich spüren, ob es noch angenehm ist und wenn nicht, dann drehe einfach wieder um oder wähle einen anderen Weg.

(3) Oft sind es die „vermeintlich“ unspektakulären, leisen Wege, die später zu den schönsten Erlebnissen führen.

(4) Die schönsten Wege und Erlebnisse beginnen oft da, wo es zunächst ganz eng und matschig aussieht :):) !!!!!!

(5) Immer wieder melden sich genau vor den schönsten Stellen, vor den größten Geschenken nochmals Stimmen, die sich mit Vernunft „tarnen“ und dich zum umkehren überreden wollen. Prüfe genau, wenn solche Stimmen kommen, ob sie aus dem Herzen kommen und ruhig und klar sind. Oder ob es sich eher drängend und ängstlich anfühlt; ob es etwas „ziehendes“ hat. Dann könnten es Ablenkungsmanöver kurz vor dem Ziel sein.

(6) Die leisen Hinweise lohnen sich. Gib dir Zeit, sie immer mehr zwischen den lauteren Tönen zu entdecken.

(7) Immer wieder gibt es „Umwege“ oder sieht es vielleicht zunächst so aus, als ob der Weg „falsch“ ist. Aber so wist du sicherer und spürst jedes mal deutlicher (und schneller), wie es sich anfühlt, wenn es „stimmt“. Gönn’ dir die Zeit, das immer mehr zu entdecken.

(8) Wenn du dich unsicher fühlst auf deinem Weg, dann erinnere dich immer wieder an die liebevolle, tiefe Unterstützung, die für dich da ist und sage ja dazu. Sie zeigt dir den Weg zu „deinem“ wundervollen Platz.

Ich wünsch dir ganz viel liebevolle Neugier und “dranbleiben” beim Entdecken von DEINEM Weg :).

 

 

 

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2 Kommentare

  • Reply Christine 12. April 2017 at 21:44

    Oh liebe Christine,
    das ist soooo wunderbar – vielen, lieben Dank für diese Geschichte – das berührt mich sehr und lehrt mich, mehr auf das Leise, Liebevolle zu hören – so zart – so leicht und einfach darf das Leben – mein Leben sein.
    DANKE DIR, alles Liebe, Christine

    • Reply Christine 15. April 2017 at 12:52

      Liebe Christine,
      soooo schön, dass es dich berührt hat. Für mich war dieser Ausflug und all das, was ich dabei erkennen durfte einfach nur ein großes Geschenk meiner Seele und der Natur. Ja, das Leben darf immer klarer und leichter werden, hmmmm. Ich schicke dir ganz herzliche, liebevolle Ostergrüße zu dir, Christine

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