Es lohnt sich an deinen Wünschen dranzubleiben – und zu ernten – auch wenn es am Anfang nicht richtig zu laufen scheint

Wenn wir uns etwas Neues wünschen, bekommen wir am Anfang nicht immer genau das, was wir eigentlich wollten :). Kommst du dir manchmal auch so  vor, als ob sich jemand „ geirrt“ hat. Als ob zunächst eine „Fehllieferung“ bei dir ankam? “Was? Das wollte ich aber so nicht haben, es sollte schöner und liebevoller sein “.

So ging es mir vor einiger Zeit mit der Einrichtung meiner Wohnung…Und genau dabei fiel mir nun wieder auf, wie schön es war, irgendwann auf dem Weg zu erkennen, dass es richtig war, weiter zu gehen. Bei all den widrigen Momenten nicht aufzugeben…und mich bewußt immer mehr in die Richtung aufzumachen, die ich mir eigentlich wünschte. Immer wieder, Schritt für Schritt :). Um mich dann am Ende wie doppelt zu freuen: über das schöne Ergebnis und darüber, dass ich dran geblieben bin.

Wenn du auch immer mal wieder „Fehllieferungen“ bekommst und dich dennoch zu „Deinem“ aufmachen möchtest, zu dem, was genau zu dir passt, dann lies hier weiter und erfahre, wie die Dinge immer weiter wachsen können, wenn du liebevoll dranbleibst.

Auf der Suche nach einem neuen Möbelstück für meine Wohnung

Vor ein paar Jahr wollte ich mir einen neuen Küchenschrank zulegen. Schon länger gab es nicht mehr genügend Platz für die leckeren Vorräte und die Geräte wie einen Smoothie Mixer oder eine Saftpresse, die in den letzten Jahren den Weg in meine Küche gefunden haben. Immer wieder fiel mir auf, dass ich zum kochen oder vorbereiten nicht mehr genügend Platz hatte.

Und da meine Küche offen ist, d.h. mit dem Wohn- Essbereich verbunden, wollte ich auch nicht mehr so viele Sachen offen herumstehen haben. Ich wollte es schöner und klarer haben. Und so kam mir die Idee, mir einen schönen Schrank in meinen Essbereich zu stellen. Ein Schrank, der all das beherbergen kann, was bis dahin offen in der Küche herumstand und mir nun zu unordentlich war.

Die tolle Schreinerin, die sonst meine Naturholz-Möbel aus heimischem Holz gemacht hat, hatte schon Maß genommen, war aber zeitlich leider total „zu“ und so zog und zog es sich. Und mir war das unordentliche Chaos langsam zu viel. Ich übte mich immer wieder in Geduld, aber irgendwann spürte ich, dass es eine andere Möglichkeit brauchte. Ich spürte, dass Geduld gut ist, aber es manchmal auch vorwärts gehen darf. Immer wieder überlegte ich, was an diese Stelle passen könnte. Aber ich fand nichts, was mir gefallen hätte. Es sollte wohnlich und doch praktisch sein UND: es sollte natürlich sein.

Es soll natürlich sein

Das muß nicht sein. Da ist jeder Mensch anders. Aber ich spüre die letzten Jahre immer mehr, wie liebevoll und schön ich Dinge finde, die natürlich oder naturnah sind. Die aus Holz oder anderen Naturmaterialien hergestellt sind: Schafwolle, Naturputze oder Lehmfarbe. Alles Dinge, die sich wundervoll für mich anfühlen, seit ich sie in meiner Wohnung habe. Die einen Teil in mir entspannen und sich zu Hause fühlen lassen (auf einer äußeren Ebene).

 

Schließlich kam mir die Idee, mir ein „altes“, renoviertes Küchenbuffet zu kaufen. Der Stellplatz ist nicht sehr groß, aber für ein kleineres Buffet würde es schon reichen. Und so hab ich mich an eine liebe Freundin erinnert, die Jahre zuvor einen restaurierten Weichholzschrank im Internet bestellt hatte. Das fand ich auch sehr praktisch, denn hier vor Ort hatte ich bis dahin nichts vollholzmäßiges gesehen, was mir gefallen hätte (ich gebe zu, dass ich – im Gegensatz zu früher :) – auch keine Lust hatte, ewig durch die Möbelhäuser zu streifen und zu schauen).
Nach ein paar Wochen tauchte dann in „meinem Internet-Laden“ ein Küchenbuffet auf, was mir sehr gut gefiel. Es hatte genau die Größe, die ich wollte und mir gefiel auch die Form sehr gut. Es war wie für diesen Platz gemacht :). Aber irgendetwas in mir war noch unsicher: als ob etwas nicht ganz stimmte. Es sah schön aus, aber irgendwas ließ mich noch zögern. Nach ein paar Tagen siegte mein „haben wollen“ – Teil in mir und ich bestellte das gute Stück…obwohl da immer noch ein Rest war, der spürte, dass etwas nicht ganz stimmte.

Das gute Stück trifft bei mir ein …und ich rieche bald, was nicht stimmt :)

Als das Küchenbuffet ein paar Tage später bei mir ankam war die Freude groß, denn es sah wundervoll aus an diesem Platz. Als der Spediteur wieder gegangen war und ich mich in Ruhe vor den Schrank zum Abendessen setzten wollte, wurde mir schnell klar, was ich wohl die ganze Zeit schon gespürt hatte: von hinten zog mir – wie in einer Cartoonzeichnung :) – ein muffiger Geruch nach feuchtem Keller in die Nase.

Und der passte so gar nicht zur übrigen Wohnung. Durch die Naturmaterialien, den Holzboden und den Lehmputz, war meine Wohnung wohltuend und angenehm für mich geworden…es fühlte sich ruhig, natürlich und einfach wundervoll an, wie wenn man auf einem frischen Baumstumpf Platz nimmt, der noch die Qualitäten des Baumes ausstrahlt. Und zu dieser Energie passte dieser neue Geruch so gar nicht. Als ich später den unteren Teil des Buffets öffnete, spürte ich auch deutlich, dass ich darin keine Lebensmittel unterbringen wollte. Dass das gute Stück einfach nicht wirklich gut restauriert worden war und irgendwie auch noch Stoffe darin waren, die mir nicht gut tun würden.

Was tun?

Nach einem Moment von (völlig überflüssiger !! ;-)) Selbstverurteilung und Ärger (darüber, dass ich meinem Gefühl nicht getraut hatte und weiter gewartet hatte) keimte ein klitzebisschen Hoffnung, dass es am nächsten morgen besser sein würde.

Aber dem war nicht so. Ich überlegte, ob ich das Teil zurückschicken sollte. Aber es war auch nicht wirklich teuer gewesen, so dass dieses Maß an Renovierung wohl der Preis dafür war. Und es gefiel mir so gut, dass ich es behalten wollte. Aber nicht so.

Erst mal eine Zwischenlösung, die Zeit bringt, bis ich wirklich klar habe, was ich weiter machen will

Da ich gerade nicht wirklich entscheidungsfreudig war, stellte ich es mit Freunden erst mal in die Garage. Da stand es ein halbes Jahr. So lange, bis der Wunsch nach einem schönen Möbel und mehr Ordnung wieder laut anklopfte.

Was wollte ich nun tun? Zunächst klopfte der Ärger wieder kurz an, war ich nochmals leicht genervt, dass ich ein Möbel erstanden hatte, was nun nochmals Zeit und Geld fordern würde. Andererseits spürte ich deutlich, dass ich es behalten wollte.

Bei der Entscheidung nicht vom alten Ärger beeinflussen lassen

Bei alledem wurde mir aber klar, dass ich den Ärger getrost sein lassen konnte, denn es war wie es war. Mich mit diesem alten Ärger aufzuhalten kam mir plötzlich vor wie in einer alten, grauen, miefigen Wolke zu verharren, die beim weitergehen immer wieder versuchte, an mir kleben zu bleiben.

Das macht den Weg frei für das, was wirklich stimmt

Als ich das erkannte hatte und den Ärger loslassen konnte (wie einen Rucksack, den ich einfach am Wegesrand abstellte), war auch die Entscheidung da: Ich spürte wie einen „inneren Ruck der Klarheit“.

 

 

Ich wußte, dass ich das Stück nochmals renovieren lassen wollte, so dass es sich so anfühlt, wie ich es gerne haben möchte und es zum Rest der Wohnung passt. Und dann ging der Rest auch relativ schnell und ich fand schnell die passende Werkstatt, die das Möbel auch bald abholte – und halbwegs zeitnah :-) nochmals komplett abgeschliffen und mit bio- Öl geölt hatte…

Dann kam das „neue“ Teil wieder an :) … und es passte immer noch nicht

Es wurde schön aufgestellt und ich fühlte mich wohl damit . Bis ich wieder beim Essen davor Platz genommen hatte: und täglich grüßt das Murmeltier :) , so kam ich mir wirklich vor. Dieses mal stieg mir kein muffiger Geruch in die Nase, aber ich bekam ein leichtes Kratzen im Hals und fühlte mich irgendwie unwohl. So hatten sich die anderen, geölten Naturholzmöbel meiner Schreinerin nicht angefühlt. Was sollte denn nun noch sein??

Nach ein paar weiteren Kratzern im Hals und demselben Ergebnis am nächsten Morgen wurde mir klar, dass etwas mit dem Öl nicht stimmte…und das gute Stück wurde zum wiederholten mal ausquartiert…dieses mal einfach vor die Wohnungstüre auf den großen Hausgang – zum auslüften. Nach einem Telefonat mit der Werkstatt erfuhr ich, dass sie zwar gutes Bio- Öl verwendet hatten. Aber leider nicht auf Wasserbasis, sondern mit irgendeinem (natürlichen) Stoff darin, den ich nicht vertrug. Sie sagten zwar, dass sie sich nun überlegen würden, auf das wasserbasierte umzusteigen…aber mein Schrank stand nun erst mal wieder draussen…

Und wieder klopft der Ärger an – und ich lasse mich nicht (lange) davon abhalten und geh’ einfach weiter

Und da klopfte auch wieder die Ärgerwolke an: über mich, weil ich an alles gedacht hatte, aber nicht an das Öl. und weil es eine unendliche Geschichte zu sein schien mit dem Schrank. Das durfte doch nicht wahr sein… Dieses mal hat mich eine liebe Freundin erinnert: ärgere dich nicht, das ändert nichts. Bleib bei dir und lass dich sinken, nimms einfach mit Humor :). Das tat gut. Und ich merkte, wie es ruhiger in mir wurde. Nunja, jetzt hatte der Schrank so eine lange „Anreise“, nun würde ich auch noch die paar Tage ohne ihn auskommen.

Nachdem der flüchtige Stoff im Öl verflogen war, halfen mir eine Freundin und meine Nachbarn (die ihn die letzten Wochen als „Gangverschönerung“ erduldet hatten und es mit sehr viel Liebe und Humor nahmen) dabei, ihn nun endgültig in meine Wohnung an seinen Platz zu bringen.

Nun steht er endlich da, wo er schon so lange hin sollte :). Und ich freue mich jeden Tag an dem schönen Stück.

Das geölte Holz schimmerte in der Morgensonne leicht golden und es war wundervoll, beim Einräumen den Unterschied zum Anfang zu spüren: Es hat so Freude gemacht, meine Vorräte in „diesen“ Schrank einzuräumen.

Vor ein paar Tagen mußte ich schmunzeln, als ich nach dem Essen ein Stück Schokolade aus einer der Schrankschubladen zog. In einer der beiden Schubladen sind nämlich nun die „süßen“ Vorräte. Leckere Hildegard- Kekse oder dunkle Schokolade…und neulich beim aufziehen der Schublade, hatte es einfach was ganz liebevolles, diese kleine Nascherei nach dem Essen aus „ihrer“ Schublade zu holen. Es war so lustig, dass mich diese Kleinigkeit so berührte: die schöne Schublade, die Tatsache, dass ich nun sogar eine Schublade für Süßes habe :).

 

 

Ja, manchmal sind es dann auch die ganz kleinen Dinge, die einfach Freude mitbringen …und mich nochmals an die „weite Reise“ bis zu dieser Freude erinnerten.

Es lohnt sich an den Dingen dranzubleiben

Dabei wurde mir nochmals deutlich, dass es sich – auch wenn der Weg zwischendurch steinig und kurvig aussieht und der Ärger mit Ablenkung lockt – immer wieder lohnt, an den Dingen dranzubleiben. Zumindest wenn ich eine Stimme in mir wahrnehme, die mir nicht erlaubt, „es sein zu lassen“.

Selbst wenn es in diesem Fall „nur“ ein kleiner Schrank war. Im Leben gibt es viele solcher „kleiner Schränke“: unsere Beziehungen, unser Job, andere Herzenswünsche.

Immer wieder scheinen Dinge oder eingeschlagene Wege vielleicht erstmal sinnlos oder aussichtslos und doch lädt uns etwas liebevoll ein, dran zu bleiben und nicht in den Ärger oder den Zweifel zu fallen. Immer wieder weiter zu gehen. Bis die Dinge „am richtigen Platz stehen“ und uns erfreuen:).

 

 

Gibt es in deinem Leben gerade auch etwas, wo es sich lohnt dranzubleiben, auch wenn es manchmal nicht so einfach scheint?? bleib dran, vertrau dir und dem Fluß des Lebens, geh einfach weiter…Schritt für Schritt … und lass dich nicht ärgern :).

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2 Kommentare

  • Reply Uli 19. März 2017 at 9:57

    Liebe Christine! Dieser Blogbeitrag hat mich gerade so berührt. Mir sind Tränen in die Augen gestiegen. Wie oft habe ich geglaubt, das “Geschenk” sei nicht das richtige, weil es nicht gleich geklappt hat …. So schön beschrieben von Dir. Und auch so passend im übertragenen Sinne …..Vielen Dank! Liebe Grüße, Uli

    • Reply Christine 20. März 2017 at 20:20

      Liebe Uli,
      das freut mich sehr.
      Es ist so schön, wenn uns das Leben immer wieder erinnert, wie es geht…und gerade bei den “einfachen Dingen” ist es oft leichter zu erkennen.
      Ich wünsch dir ein liebevolles “dranbleiben” :).
      Sei ganz lieb gegrüßt, Christine

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