Jeder hat seinen eigenen Weg, den es zu entdecken gilt

IMG_5018Beim Blog schreiben entdecke ich gerade ganz deutlich, dass ich einen ganz eigenen Rhythmus habe. Einen, der vielleicht unkonventionell ist, aber mich im Moment unterstützt und mir Freude bereitet. Ich habe lange Zeit versucht, mich morgens, wenn ich ganz fit bin, hinzusetzen, um einen Blogbeitrag zu schreiben. Aber ich merkte oft, dass mir zu dieser Zeit die Inspirationen fehlten. Kurzum: dieser Weg des Schreibens hat bisher nicht wirklich für mich funktioniert.

Versuchst auch du immer mal wieder Wege zu gehen, die für andere stimmig sind, bei denen du aber spürst, dass sie für dich nicht so wirklich passen? Wenn du wissen magst, wie ich meinen ganz eigenen, für mich stimmigen Weg entdeckt habe, dann lies hier weiter.

Der Weg, der für andere stimmig ist, funktioniert (im Moment) nicht wirklich

Wenn ich mich morgens hingesetzt habe, um zu schreiben, kam oft ein Gefühl auf wie bei einem Test: Jetzt soll es was werden…du hast jetzt 60 Minuten eingeplant und in dieser Zeit soll etwas Schönes entstehen. Was dann immer wieder passierte, wenn ich morgens auf diese Weise schreiben wollte war: …nicht allzuviel. Etwas in mir war bei dieser Art des Schreibens unter Druck und da wollten die Worte nicht aus mir herausfließen. Ich hatte mir zwar immer wieder schöne, inspirierende Themen notiert, aber beim morgendlichen Blick darauf schien mir die Inspiration weit weg. Ich konnte schon etwas schreiben, denn das habe ich in meinem vorherigen Beruf gelernt. Aber ich merkte deutlich, dass die Worte, die dann da standen mich nicht wirklich berührten. Es war kein Leben darin, es waren eher wohlklingende Worte ohne Gefühl. Ehrlich gesagt machte mir das nicht viel Freude. Und wurde am Ende oft noch mit einer Prise Selbstkritik gekrönt, a la: „das war dann wohl wieder mal nichts, du bist halt nicht inspiriert genug…und so ließ ich das Blog schreiben immer wieder sein…obwohl ich sehr gerne schreibe.

Erste Hinweise auf meinen Weg tun sich auf

Daneben bemerkte ich immer wieder, dass es Momente gab, in denen mich etwas tief berührte oder mir einfach inspirierende Dinge begegneten. Und in diesen Momenten tauchte dann auch oft Lust auf, etwas zu schreiben. Allerdings ließ ich diese Lust meistens ins Leere laufen, denn meine Zeit zum schreiben war ja eigentlich morgens…Und so notierte ich in diesen Momenten meist nur eine Überschrift oder Stichworte für meine Themensammlung.

Ich folge der Freude …und es fließt

Irgendwann hatte ich dann einfach mal Lust, mich direkt bei einem solchen „Schreibschub“ hinzusetzen und zu schreiben. Aaaaaah!!! Das machte Freude. Die Idee war ja schon da und die Worte flossen einfach so aus mir heraus. Natürlich habe ich immer mal wieder kurz innegehalten und nochmals gelesen oder überlegt. Aber es war einfach ein inspiriertes Schreiben aus der Freude heraus, aus meinem Inneren. Der Impuls kam nicht vom Verstand, sondern in diesen Momenten habe ich aus meinem Herzen heraus geschrieben.

Ein neuer Weg ist entstanden

Und so nach und nach, nach einigen weiteren eher erfolglosen Versuchen, doch morgens zu schreiben habe ich mir einfach erlaubt, dann zu schreiben, wenn ich gerade Lust dazu habe und die Inspirationen da sind. Das ist mal mittags, mal nachmittags oder auch mal abends, wie jetzt gerade…Und so langsam realisiere ich, dass es gerade vor allem wichtig für mich ist, in diesen inspirierenden Momenten der Freude zu folgen und sie in den Kern meines Beitrags fließen zu lassen. Manchmal gibt das erst mal nur einen halben Blogeitrag, den ich dann schreibe. Aber meine Energie, meine Inspiration, die ich gespürt habe, ist in dieser Hälfte schon enthalten. Und diesen Kern kann ich dann in aller Ruhe (am nächsten Morgen :)) zu Ende schreiben.
Ich weiß nicht, ob das für alle Zeiten mein Weg sein wird. Vielleicht entdecke ich irgendwann, dass es mich unterstützt, morgens zu schreiben, dass es mir ausreicht, mich an die Energie der Themensammlung zu erinnern. Aber im Moment weist mir die Erfahrung, die ich für mich gemacht habe, einen anderen Weg. Einen, den ich eher zufällig entdeckt habe, indem ich einfach irgendwann einmal der Freude gefolgt bin.

Jeder hat seinen eigenen Weg und es ist wundervoll diesen wie ein neugieriger Forscher zu entdecken

Und so ist mir heute ganz bewußt geworden, dass jeder seine ganz eigene Art hat, an Dinge heranzugehen. Dass es schön ist, zu schauen, wie andere es machen, aber dann auch wichtig ist, zu schauen, ob das auch wirklich gerade für mich funktioniert. Und falls es nicht funktioniert, mir auch zu erlauben, meinen eigenen Weg zu entdecken. Und dieser Weg zeigt sich – wie ich gerade bemerke – erst, wenn ich losgehe. Wenn ich ausprobiere und aufmerksam bin, was funktioniert und was nicht. Wenn ich achtsam bin, wo sich mir die leisen Hinweise der Freude zeigen. Wenn ich mich traue, diesen leisen Hinweisen zu folgen. Dieses genaue Hinschauen und Spüren hat für mich etwas von „mich selber ernst nehmen“. Mich mehr und mehr entdecken. Meine ganz eigene Art entdecken. Mich mehr und mehr erforschen. Das bringt mich mir und meiner Freude näher. Macht mein Leben immer mehr zu meinem und immer leichter.

Andere Wege müssen nicht schlecht sein. Im Gegenteil, sie können sogar sehr heilsam sein. Denn wenn ich den Gefühlen begegne, die beim Schreiben aufkommen, diesem Druck, den alten Mustern des Lernens und Tuns, dannn können sie sich auf diese Weise behutsam lösen. Und dennoch habe ich gerade das Gefühl, dass mich der Weg, den ich gerade für mich entdeckt habe, sehr unterstützt. Dass er mir Freude macht, dass es fließt und einfach schön ist. Und so folge ich gerade einfach diesem Fließen und der Freude. Und so darf sich das Blogschreiben einfach immer weiter entwickeln, natürlich weiter fließen.

Gibt es auch in deinem Leben einen Bereich, in dem du spürst, dass dich die Wege der anderen gerade nicht wirklich weiter bringen? Vielleicht hast auch du Lust, ein wenig zu erforschen, wohin dein Leben dich einladen will, was es dir mitbringen und schenken will, wo sich deine Freude und das Fließen zeigen möchten? Dann lass dich mitnehmen von diesem Fluß!

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Nachricht