Lass dein Leben lebendiger werden – vom zuschauen zum ausprobieren

Gehörst du auch zu denjenigen die wundervolle Bücher übers Gärtnern im Regal stehen haben oder über die Herstellung von Schokolade oder zum kochen…und doch nicht wirklich den Schritt in den Garten oder zum Schokolade herstellen wagen? Mir ging das in den letzten Jahren lange Zeit so und ich fand es irgendwann echt frustieriernd und ermüdend.

Und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich losgehen kann, dass ich ausprobieren darf. Dass es sich lohnt, den „gefühlten Graben“ zu durchschreiten, der vor diesen schönen Dingen auftaucht. Und dass genau dahinter die Freude und das Leben warten.

Magst du dich auch trauen, die Dinge in dein Leben zu lassen, die dir Freude machen würden. Magst du auch vom lesen oder zuschauen zum erfahren kommen und die Freude entdecken, die genau da wartet?? Dann lies hier weiter.

Da gibt es eine Sehnsucht, aber gleichzeitig auch die innere Couch- Potatoe

In den letzten Jahren ist es mir immer wieder so ergangen: es gab bestimmte Themen, die mich interessierten, die mich wie magisch anzogen. Aber irgendetwas in mir ist immer noch im Couch-Potatoe- Modus hängen geblieben: Ein Teil in mir wollte sich lieber das 10. Buch über Kräuter und Heilpflanzen kaufen als sich näher mit meinem eigenen Garten zu beschäftigen. Genau dieser Teil bestellte sich auch das 3. Buch über Kräuteressenzen und Tinkturen…und fand doch so gut wie nie Zeit, all die beschriebenen, wundervollen Dinge wirklich auszuprobieren.

Und dafür fand dieser Teil jede Menge Gründe: …
ich bin nicht fit genug,
mir tut der Rücken weh,
die Nachbarn meines (Schreber-)gartens sind unangenehm,
der Weg in den Garten (5 Minuten :)) ist zu lang, das lohnt sich ja gar nicht
der Boden dort ist zu moorig, da wächst ja gar nicht das, was ich gerne hätte,
ich hab heute keine Zeit, aber vielleicht morgen…

Ich könnte die Liste noch beliebig fortsetzen mit all den Gründen, weshalb ich – bei all der Sehnsucht nach dem gärtnern – lange Zeit beim Lesen der Bücher geblieben bin :).

Anteile, die Angst vor dem Leben haben

Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass diese ganzen Gründe auftauchen, weil es Anteile in mir gibt, die Angst haben vor genau dieser Erfahrung, vor genau diesem Bereich meines Lebens. Anteile, die Angst vor dem Leben selbst haben.

Diese Anteile können mit Bewegung und Intensität, mit Lebendigkeit nichts anfangen. Im Gegenteil. Sie laufen gerade dort, wo es lebendig werden könnte voller Angst und mit großen Augen schreiend davon. Sie wünschen sich nur Ruhe und Stille und würden sich am liebsten den ganzen Tag eine schützende, einhüllende Decke über den Kopf ziehen. Sie haben Angst davor, dass es „zu viel“ ist, dass sie es „nicht schaffen“, dass sie das nicht dürfen oder ihnen gar etwas schlimmes passiert, wenn sie sich darauf einlassen. Sie fühlen sich unsicher und manche in ihrem Leben bedroht.

Soll ich an diesem Graben weiterhin stehen bleiben?

Was ich die letzten Jahre immer wieder gemacht habe, war: ich bin unbewußt genau vor diesen Anteilen stehen geblieben – oder vielleicht besser: ich bin vor ihnen weggelaufen, bin schnell umgedreht, wenn dieses Lebendige zu nahe kommen wollte. Denn die Gefühle, die die Anteile mitgebracht haben, waren auf ganz subtile Weise unangenehm, da wollte ich nicht hin.

Da ich früher häufig über diese inneren Grenzen und Gefühle achtlos hinweggegangen bin und mir dadurch immer wieder weh getan habe, war nun etwas in mir, was sagte: „nein!! das erlauben wir nicht mehr. Wir sind nun liebevoll!!! Nicht mehr über diese Grenze. Nicht mehr über die Grenze, wo es sich unsicher und wackelig anfühlt. Wenn es sich wieder so anfühlt, bleiben wir einfach stehen.“

Diesen Gefühlen und Stimmen zu folgen, ist eine Zeitlang völlig ok. Aber nachdem ich einige Zeit immer wieder angehalten habe, diese Gefühle überhaupt wahrgenommen habe und langsam weicher geworden bin, kam eine neue Einladung von Innen: Da ist mir klar geworden, dass Liebe manchmal auch bedeutet: weiter zu gehen. Liebevoll und bestimmt.

Diese Erkenntnis kam einmal und dann tauchte sie immer wieder auf. Gerade auch wenn ich versucht war, wieder wegzugehen …und das bin ich häufiger ;-). Aber sie war wie eine liebevolle, geduldige Begleiterin, die immer etwas deutlicher wurde. Und nach einem weiteren, herausfordernden Tief war es mir ganz deutlich und klar:

Liebe bedeutet manchmal auch: weiter zu gehen über den „gefühlten“ Graben

Gerade dort weiter zu gehen, wo der „gefühlte Graben“ wartet, wo etwas in mir wieder umdrehen will. Gerade dann auf die leise, ruhige Stimme in mir zu hören die sagt: „geh weiter, probier’ es aus, bleib dran, es darf sich wackelig anfühlen, TRAU DICH“

Mir wurde in diesem Moment so deutlich, dass ich beim stehen bleiben immer wieder den ängstlichen Anteilen gefolgt bin, MICH dabei verloren hatte. Nun konnte ich mich besser spüren. Ich konnte meine innere Stimme deutlich spüren. Und die hat mich ganz klar und ruhig und warm eingeladen, weiter zu gehen:

auf langsame und ruhige Weise – wie ein Budda mit ganz dickem Bauch oder wie das Uhrwerk einer großen Turmuhr. Mit jedem Schritt ein wenig weiter:

hinein in die Erfahrung, hinein ins Leben, mit den ängstlichen Anteilen im Gepäck, den Sinnen folgend, in der Erde grabend, mich ausprobieren. Einfach weiter hinein ins Leben. Genau dann, wenn all die Gründe auftauchen, die mich abhalten wollen.

Ich darf mich beim weitergehen immer wieder erinnern, dass kleine, liebevolle Schritte den Weg bereiten

Und meine innere Stimme brachte auch noch ein andere wichtige Zutat mit: sie erinnerte mich, dass ich nicht mit 7- Meilenstiefeln voranschreiten muß. Dass das Ergebnis nicht gleich perfekt sein muß. Dass ich den Garten nicht übermorgen umgegraben haben muß. Dass ich in Ruhe und voller Freude wie ein Kind ausprobieren darf. Dass ich probieren darf, was wächst und was nicht …und wenn es nicht wächst, dann weiß ich es nächstes Jahr schon besser :)

Und all das darf langsam gehen, darf sich entwickeln und heilen, Schritt für Schritt. Ich darf bei jedem Schritt innehalten und genau hinspüren, ob es Anteile gibt, die wieder zu schnell voraneilen wollen und sich dann erschöpft fühlen. Ob es Anteile gibt, die Angst bekommen, wenn es zu lebendig wird. So kann ich in aller Ruhe weiter gehen und all die Anteile auf dem Weg liebevoll mitnehmen :)

Und bei alledem darf mein Leben bunter und runder werden, darf es gedeihen wie ein Garten…in seinem eigenen Tempo, aber immer ein wenig mehr. Und ich muß nicht alle Themen auf einmal hereinlassen, nicht gleichzeitig neue Rezepte ausprobieren und den Garten neu entdecken und backen und mich bewegen undundund. Ich darf alles nach und nach entdecken, jedes darf seine Zeit für Entwicklung haben. Wie die Pflanzen in einem Garten auch nicht alle zur selben Zeit blühen, sondern immer wieder nacheinander.

Welche Pflanzen möchten dieses Jahr in deinem Garten gedeihen?

Was möchtest du schon lange ausprobieren? Was möchtest du dieses Jahr säen, was dich vielleicht schon länger einlädt? Was könnte der erste Schritt dazu sein?

Wenn du Lust hast, teile es hier. Ich freu mich!

 

 

 

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