Neues wagen und die inneren Kinder dabei heilen lassen

Kennst du das auch? Du hast dir etwas schönes vorgenommen, du möchtest einen weiteren Schritt in deinem Leben gehen …und kaum hast du dich auf den Weg dahin aufgemacht, werden plötzlich lauter kritische Stimmen in deinem Inneren (oder von außen) laut: „Wie soll das denn gehen?, das kannst du nicht und überhaupt, hat das bisher noch nie geklappt“.

Binnen Sekunden ist der schöne Schwung dahin und du fühlst dich klein und ohne jeden Antrieb.

Wenn du dich in Zukunft von diesem Muster nicht mehr abhalten lassen magst und erfahren möchtest, wie du Neues wagen kannst und deine inneren Kinder dabei heilen können, dann lies hier weiter.

Wie oft passiert es uns, dass wir einen schönen, warmen Impuls in uns spüren. Etwas, was unser Innerstes berührt und uns einlädt, mehr Liebe, mehr von uns in unser Leben kommen zu lassen. Eine neue Wohnung, einen Garten, mehr Zeit für uns, für ein Hobby…Und dann – genau dann, wenn wir dieser liebevollen Einladung folgen wollen – tauchen die bekannten kritischen Stimmen in uns auf, die diese wundervolle Einladung verzerren und in vermeintlich unerreichbare Ferne rücken lassen.

Woher kommen diese Zweifel in uns?

Woher kommen diese Sätze in uns, die uns suggerieren, dass unsere Herzenswünsche vermeintlich unerreichbar sind oder es sowieso keinen Sinn macht, uns dahin aufzumachen?

Wenn ich in meinem Leben schaue, dann stelle ich fest, dass genau in diesen Bereichen noch alte Prägungen aus der Kindheit oder der Schulzeit, aus der Arbeitswelt oder manchmal auch aus anderen Leben in mir sind. Prägungen, die mich allen ernstes fragen, wie ich das jemals erreichen soll. Mein Verstand hat – aus all den Erfahrungen, die er bisher gemacht hat – eine genaue Vorstellung, was möglich ist und was nicht.

Und daneben gibt es viele kleine Kinder in unserem Inneren, die immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass es nicht wirklich Platz gab für neue Entdeckungen, für das Ausprobieren neuer Dinge, für neue Wege und natürlich auch für Fehlschläge.

Es sind genau diese kleinen Kinder in uns, die nie gelernt oder erfahren haben, wie es ist, Dinge auf liebevolle Weise in unser Leben kommen zu lassen. Die Kinder, die beim ausprobieren von neuem erlebt haben, dass einfach kein Raum für diese Art von probieren und erleben da war. Diese inneren Kinder haben erlebt, dass es „schnell gehen soll“, dass „etwas dabei herauskommen soll“ und dass wir uns immer gut dabei fühlen sollen. Diese kleinen Kinder sind geprägt worden von einem Umfeld, das wenig Zeit und Raum für kreatives spielen und erleben hatte. Von einem Umfeld, das eher damit beschäftigt war, das Leben irgendwie am Laufen und in geordneten Bahnen zu halten.

Diese kleinen Kinder, diese Anteile in uns wollen wieder heilen und dazu braucht es liebevolle Aufmerksamkeit

Was sich diese kleinen Kinder in uns wünschen, was sie brauchen, um allmählich wieder Vertrauen zu fassen, um sich zu trauen, Neues auszuprobieren und mehr Liebe in unser Leben kommen zu lassen, ist: liebevolle Aufmerksamkeit. Es ist dieses tiefe, warme Urvertrauen, das sie brauchen. Dieses Gefühl von: egal, was passiert, ich bin gehalten und getragen. Ich bin geliebt und gesehen, von ganzem Herzen.

Egal, was wir auf unserem neuen Weg erleben, egal wie „dumm wir uns anstellen“, diese Kinder wünschen sich einfach nur, voller Liebe und Wertschätzung betrachtet zu werden. Sie wünschen sich, dass sie für jede Erfahrung, die wir auf dem Weg zu uns selbst machen, mit warmen Augen voller Mitgefühl und Verständnis gesehen werden.

Sie wünschen sich, dass es nichts gibt, was nicht da sein darf. Sie wünschen sich, dass sie sich in jedem Moment mit allem, was aufkommt an diese warme, weiche, fürsorgliche Liebe wenden können.

Auch wenn etwas schief geht, auch wenn Gefühle wie Trauer, Angst oder Versagen aufkommen. Sie wünschen sich, dass da immer diese liebevolle Mama ist, die sie voller Wärme und Mitgefühl in die Arme nimmt. Die sie voller Liebe betrachtet und einfach nur „bei ihnen sitzt“.

Und genau deshalb ist es immer wieder heilsam, in kleinen Schritten Neues zu wagen und die verletzten Kinder dabei liebevoll wahrzunehmen

Gerade weil bei diesen neuen Schritten immer wieder diese alten Gefühle aufkommen, sich immer wieder die verletzen, zerzausten Kinder in uns zeigen, genau deshalb ist es so heilsam, diese Schritte zu gehen. Sie zu gehen voller Liebe und Mitgefühl. Wenn wir die Schritte nicht gehen, wenn wir uns nicht weiter wagen, dann fühlt es sich zunächst zwar nicht unangenehm an. Aber wir lassen dann auch die Chance auf Heilung vorbeiziehen. Und die Möglichkeit, unser Leben weiter und freudiger werden zu lassen.

Wie du diese inneren Kinder liebevoll wahrnehmen kannst

Wenn du neue Schritte wagst und dabei unangenehme Gefühle aufkommen, dann nimm dir ein wenig Zeit und lehne dich zurück. Lass dich auf die Unterlage sinken und spüre den Halt der Unterlage. Lass dich langsam ankommen. Gib dir Zeit, lass es so sein, wie es jetzt gerade ist. Lass dich tiefer in dich hinein sinken. Erinnere dich, dass du unterstützt bist von deinen lieben Helfern. Und lass den Atem einfach fließen, ein und aus, so wie er gerade kommt und geht. Und dann laß dich fühlen, wie es sich gerade anfühlt: welches Gefühl ist gerade da? welches Kind möchte gerade wahrgenommen werden? Lass es einfach da sein, während du dich zurücklehnst und atmest.

Und keine Sorge: du kannst nicht falsch machen. Oftmals entspannen sich die Kinder schnell und sind einfach froh, wenn wir uns ein wenig Zeit nehmen. Aber es gibt auch Kinder, die sich so lange versteckt haben, dass es ein wenig länger dauert. Da ist es schön, dir immer mal wieder ein bisschen Zeit zu nehmen. Ganz liebevoll – ohne Druck. Es darf geschehen und es wird geschehen.

Und so darf dein Leben nach und nach auf behutsame und sanfte Weise bunter und vollständiger werden.

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