Was in intensiven Zeiten unterstützend für dich ist

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Im Anschluss an eine schöne Einzelsitzung ist mir gerade nochmals bewußt geworden, WIE heilsam und unterstützend es ist, wenn wir uns in intensiven, bewegten Zeiten erlauben, ganz achtsam und liebevoll mit uns selbst zu sein.

So langsam und liebevoll, wie ein neu Geborenes, das in aller Ruhe auf den Armen oder auf dem Bauch seiner Mama gehalten wird und erst einmal Zeit hat, anzukommen. Anzukommen, in der Wärme und Geborgenheit eines liebevollen Haltes.

Dieses „sich Zeit nehmen“ und in aller Ruhe tief in die Geborgenheit sinken, empfinde ich besonders dann als heilsam und wohltuend, wenn alles in uns meint, es müsse schneller gehen. Wenn etwas in uns „auf der Flucht“ ist. Wenn hektische oder kritische Gedanken oder Unruhe in uns auftauchen oder wenn es sich nach „unangenehmem Hintergrundfilm“ anfühlt, den wir irgendwie loswerden wollen.

Genau dann, wenn es sich „so“ anfühlt, wenn uns eigentlich alles antreiben möchte, genau dann dürfen wir besonders achtsam und liebevoll mit uns sein und uns Zeit nehmen. Vielleicht fragst du dich nun: aber Zeit wofür??

Zeit dafür, in ein ganz liebevolles, nährendes, weiches Nest für alle deine kleinen, inneren Kinder zu sinken. Für all die Teile in dir, die immer wieder das Gefühl haben dass es zu schnell geht, die sich schnell erschrecken und sich dann in Windeseile „aus dem Staub machen“…raus aus dem Gefühl, raus aus dem Körper, raus aus dem Augenblick.

In diesen Momenten fühlt es sich bei genauerem Wahrnehmen häufig unruhig an, unsicher, ein wenig wie „auf der Flucht“.

Und genau dann lassen wir uns häufig ablenken oder betäuben dieses Gefühl. Wir tun einfach etwas anderes, damit wir genau dieses Gefühl nicht mehr spüren. Obwohl auch ich diesen vermeintlich einfachen Weg bei bestimmten Themen immer wieder verlockend finde und erst mal nicht widerstehen kann ;-) merke ich immer wieder ganz deutlich (oder mein Körper zeigt es mir) dass das NICHT wirklich funktioniert. Es verlängert das ganze nur.

Was aber ist heilsam in diesen Situationen?

Diese (unruhigen) Anteile möchten uns eigentlich zu etwas anderem einladen: sie möchten wahrgenommen und gefühlt werden. Genau so wie sie sind: zerzaust, ängstlich, unsicher, erstarrt, seit Langem auf der Flucht und auf der Suche nach Wärme und einem klaren, liebevollen Halt.

Wie ein Kind, das sich danach sehnt, dass die Mama einfach liebevoll an seinem Bettchen sitzt und da ist, wenn es krank ist oder sich alleine fühlt. Und genau so können diese Teile wieder zu dir zurück finden. Raus aus der Kälte, aus ihrer Isolation, aus ihrer Starre, in der sie stecken geblieben sind, hinein in die warme Verbindung zu dir und deiner Seele.

Gerade am Anfang, wenn wir diese Anteile oder dieses „getrieben sein“ spüren, ist es nicht immer einfach, wirklich innezuhalten und sie wahrzunehmen. Manchmal sind die Gefühle oder die Angst davor einfach schon so lange da, dass wir uns daran gewöhnt haben, uns zu betäuben oder „reiß aus“ zu nehmen. Und manchmal passiert es einfach, dass wir in diese Gefühle wie „hineingezogen“ werden“. D.h. wir sitzen dann nicht mehr als klare, liebevolle Mama am Bett „unserer Kinder“ und nehmen sie wahr, sondern wir fühlen uns dann wie das Kind selbst. Wir sind irgendwie mittendrin…. Und das ist völlig ok. Es passiert einfach immer wieder, wenn viel los ist.

Aber das muß nicht so bleiben. Du kannst immer wieder liebevoll üben, genau diesen Gefühlen, die dich besonders herausfordern, als liebevolle, klare Mama zu begegnen. Dazu kannst du dich immer wieder – gerade in etwas ruhigeren Zeiten – in dich hinein sinken lassen. Du kannst dich immer wieder mal zurücklehnen, dich in deinen Körper sinken lassen und dich von deinem liebevollen Atem tiefer in dein Inneres begleiten lassen. In deine Weisheit, in deine tiefe Stille. An diesen „Ort“, der tief in dir liegt. warm geborgen und gehalten. Durchströmt von der Liebe und dem Halt der Erde und unterstützt von den feinen und klärenden Energien deiner Seele und deiner liebevollen Helfer. Für mich fühlt sich dieses tiefer sinken immer wieder wie ein Erkunden von neuem, warmem Terrain an. Es wird immer ruhiger, tiefer und gleichzeitig auch irgendwie vollständiger und lebendiger. Etwas in mir atmet auf.

Was passiert, wenn die erschreckten Anteile dein „Da sein“ spüren?

Wenn du in deinen Körper sinkst und diese Anteile von deinem ruhigen Ort aus wahrnimmst, dann wird es sich meistens ruhiger und friedlicher in dir anfühlen. Dein Körper kann sich wieder mehr entspannen.

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Wenn diese erschreckten Anteile wahrgenommen werden und diese Wärme spüren, dann können sie aufatmen und aus ihrer Erstarrung herausschmelzen. Sie können loslassen, was sie vielleicht bisher für andere getragen haben. Sie können aus einer Zeit, in der sie stecken geblieben sind, wieder hier ankommen. Bei dir, in deinem Inneren, in deinem jetzigen Leben.

 

 

Und sobald sie wieder in deinem Inneren angekommen sind, können sie dir auch ihre Geschenke mitbringen: vielleicht ihre Feinfühligkeit, ihre Liebe, ihre Zartheit, ihre Verspieltheit, ihre lebendige Freude, ihre Neugier…eben all das, was kleine Kinder so mitbringen…und was das Leben lebenswert macht.

Wie wäre es, immer wieder tiefer in dein Inneres einzutauchen? Tiefer zu dir, zu deiner Seele…und von dort aus die unruhigen oder erstarrten Teile heimzubegleiten?

…wenn du magst, begleite ich dich auch gerne einmal in einer Einzelsitzung beim tiefer sinken und wahrnehmen.

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2 Kommentare

  • Reply Christine Weidinger 31. Januar 2017 at 11:08

    Danke liebe Christine,
    das war jetzt genau richtig für mich,
    Alles Liebe dir,
    Christine

    • Reply Chr1st1ne 8. Februar 2017 at 20:31

      Hallo liebe Christine,
      das freut mich :)

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